{"id":88,"date":"2025-06-04T11:47:42","date_gmt":"2025-06-04T09:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/risikoverlag.de\/?p=88"},"modified":"2025-08-18T23:55:15","modified_gmt":"2025-08-18T21:55:15","slug":"bild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/risikoverlag.de\/?p=88","title":{"rendered":"Bild"},"content":{"rendered":"\n<p>Auch hier hat <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/BF03653373\">Vil\u00e9m Flusser<\/a><sup> ex<\/sup> einen interessanten Gedanken. Wir gehen ins Universum der Technischen Bilder. Und das ohne KI.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fand es als Fotograf aber nie einleuchtend, denn warum solle der Apparat mich so stark determinieren, wie er es behauptet hat. Sein Aussage, der Apparat enth\u00e4lt schon alle Bilder als M\u00f6glichkeit und der Fotograf tut nichts, ausser eine diese M\u00f6glichkeiten auszuw\u00e4hlen. Ja, wahrscheinlich, aber warum sollte der Fotoapparat eine andere Prothese sein, als z.B. ein Messer? Schliesslich sind die in ihm enthaltenen M\u00f6glichkeiten zwar nicht unendlich (da bin ich zu sehr Physiker, unendlich ist sehr viel mehr als &#8218;bloss unvorstellbar viel&#8216;), aber doch ausreichend viele. Zum Vergleich, die 52 Karten eines Kartenspiels, haben soviel Kombinationsm\u00f6glichkeiten, dass wir (von statistische Ausnahmen und fehlerhaftem Mischen abgesehen), nach dem Mischen niemals wieder die selbe Reihenfolge aller Karten erleben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch kennzeichnete das &#8218;technische&#8216; Bild (vergl. auch Walter Benjamin, das Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit), bis zum massenhaften Verbreitung der KI-Bildgeneratoren, vor allem ihre (scheinbar) zuverl\u00e4ssige Wiederholbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch noch etwas zum Wesen des Bildes ist bei Flusser interessant, in &#8218;Bildern&#8216; die wir &#8218;Text&#8216; nennen, (ein Bild ohne eigene Bedeutung, das stark in einen Kontext (Sprache) eingebunden sein muss und dessen &#8218;bildliche Form&#8216; nicht festgelegt ist (Schriftart, Farbe &#8230;)) gibt es zwei wesentlich unterschiedliche Zeichen: Buchstaben und Zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Buchstaben haben keine eigene Bedeutung, das heisst sie repr\u00e4sentieren f\u00fcr sich allein genommen Nichts. Weder ihr lautlicher noch ihr bedeutungstragender Wert ist festgelegt und wird erst durch die Bezugssprache manifest. Zahlen hingegen stehen f\u00fcr einen Anzahl (nat\u00fcrlich gibt es hier auch ein Zeichensystem, so bedeutet 3F vermutlich eine Zahl aus dem Hexadezimalsystem, 35 wird hingegen als Zahl des Dezimalsystems interpretiert (auch wenn es ebenfalls eine Hex-Zahl sein k\u00f6nnte), 10100010 wird vermutlich den Bin\u00e4rzahlen zugeordnet &#8230;) und diese Anzahl muss nicht in ein Lautgebilde (Gesprochene Sprache, gelesene Sprache &#8230;) \u00fcbersetzt werden um verstanden zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Zwischenform ist das Chinesische Zeichensystem, denn um Chinesisch lesen zu k\u00f6nnen, muss man nicht Chinesisch k\u00f6nnen.<br>Klingt paradox (und ist auch nicht vollst\u00e4ndig richtig, da manche Zeichen nur richtig interpretiert werden k\u00f6nnen, wenn man die dazugeh\u00f6rige Geschichte kennt &#8230;), l\u00e4sst sich aber wie bei den Zahlen so verstehen: die Zeichen repr\u00e4sentieren ein Objekt oder eine Eigenschaft aus der Umwelt (eine Person, einen Gegenstand, aber auch eine Handlung oder eine Eigenschaft &#8230;) und kombinieren sie zu Bedeutungen (vergl. auch die Geb\u00e4rdensprache, als dreidimensionales Zeichensystem). <\/p>\n\n\n\n<p>Es heisst zwar, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, aber mit dem <a href=\"https:\/\/risikoverlag.de\/?p=60\" data-type=\"post\" data-id=\"60\">Text<\/a> ist doch eine andere Art des Denkens in unsere Welt gekommen, deshalb ist der (geschriebene) Text zwar f\u00fcr manche scheinbar \u00fcberfl\u00fcssig geworden, aber sein verschwinden w\u00fcrde gravierende Ver\u00e4nderungen hervorrufen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch hier hat Vil\u00e9m Flusser ex einen interessanten Gedanken. 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